Bevor ich Urlaubsabenteuer gestartet habe, war ich stundenlang auf der Suche nach Ausflugstipps für meine Familie. Dabei habe ich auch wirklich tolle Bloggs und Instagram-Kanäle zum Thema Ausflüge mit Kindern gefunden. Ganz oft wurden dabei Zoos oder Tierparks empfohlen. Und ich muss sagen: Ich liebe gute Zoos (immerhin arbeite ich ja auch für einen). Dennoch gibt es viele Zoos und Tierparks, bei denen Hunde nicht erlaubt sind. Die Gründe sind vielfältig: Die Zootiere mögen keine Hunde oder kennen sie gar nicht, der Zoo hat schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht oder die Verwaltung möchte es aus anderen Gründen einfach nicht. Dennoch gibt es einige Zoos und Tierparks, bei denen Hunde eben doch erlaubt sind. Und damit das auch so bleibt, habe ich heute einige gut gemeinte Ratschläge für dich, damit man auch in Zukunft mit Kind und Hund in den Zoo gehen kann.

Warum nicht jeder Zoo Hunde erlaubt
Ich hab es schon erwähnt: Ich arbeite selber in einem Zoo und kann daher aus Erfahrung sagen: Nur weil etwas logisch erscheint heißt das nicht, dass Besucher sich an Regeln halten. Egal ob es aus Unwissenheit, Respektlosigkeit oder vermeintlicher Nettigkeit geschieht: Das Verhalten von Besuchern hat immer einen Einfluss auf Entscheidungen. Ihr wollt ein paar Beispiele, was mir in meinem Berufsleben schon begegnet ist? Hier einige Beispiele:
So gab es Gäste, die unsere Tiere mit Hundetrockenfutter füttern wollten.
Es gab Gäste, die brachten eine riesige Einkaufstüte voll trockenes Brot und Essensreste mit und schütteten das in Anlagen von Tieren.
Immer wieder sitzen (!) Kinder auf Absperrungen zu Raubtieren. Nur ein kurzes Erschrecken und das Kind ist reingefallen. Da braucht es nur ein lautes Geräusch oder eine Biene und das Unheil nimmt seinen Lauf. Das die Raubtiere dann nicht langsam angeschlichen kommen und das Kind sanft über den Kopf streicheln wollen ist klar, oder?
Menschen verstecken Hunde in Rucksäcken und Kinderwägen, damit sie die Tiere mitnehmen können, obwohl Hundeverbot bei uns herrscht.
Anweisungen werden nicht nachgegangen. „Wieso sollen wir uns anstellen? Da müssten wir ja in der Sonne warten. Das wollen wir nicht“. Oder an Absperrungen heißt es „Das Kind sieht nichts, setz dich einfach dadrauf. Ist egal, dass das nicht erlaubt ist“.
Kinder und Erwachsene klopfen an Scheiben, damit das Tier dahinter sich bewegt und „mal was macht“.
Rückzugsgebiete im Streichelzoo werden rücksichtslos ignoriert und es wird reingelatscht.
Versteht mich nicht falsch. Die meisten Besucher sind großartig und halten sich an die Regeln. Aber die negativen Erfahrungen bleiben eher im Kopf. Und so ist das auch bei Verhalten von Kindern und Hunden. Kinder wird man nicht verbieten in Zoos, Hunde schon. Einige Gründe, warum das oft der Fall ist:
Hundekot wird nicht weggemacht.
Bei bellenden Hunden wird gelacht.
Hunde werden mit in begehbare Anlagen genommen, obwohl das verboten ist und für die Tiere in den Anlagen Stress bedeutet.
Absperrungen werden überschritten, damit der Hund „besser Hallo sagen kann“.
Zoos und Tierparks sind für die Sicherheit und das Wohlergehen der dort lebenden Tiere verantwortlich. Wenn Hundehalter meinen, ihre eigenen Bedürfnisse über die der dort lebenden Tiere zu stellen, muss das Zoopersonal eingreifen. Und genau deswegen sind Hunde nicht überall erlaubt.
Was macht ein schlechtes Verhalten bei Kindern und Hunden im Zoo aus?
Oh ich hör schon den Puls lauter schlagen. Können Kinder schlechtes Verhalten zeigen? Ja, durchaus. Ersetzt das Wort „schlecht“ durch unpassend und dir könnte bewusst werden, was ich meine. Im Zoo sollte man dafür sorgen, dass die Zootiere so wenig wie möglich belästigt werden. Ja, Tiere leben hinter Absperrungen und sind die Besucher gewöhnt. Dennoch sollte man es nicht übertreiben und respektvoll mit den Tieren umgehen.
Aber nicht nur andere Tiere sollten respektvoll behandelt werden, andere Menschen ebenso. Egal ob Kind oder Erwachsener. Das spielt keine Rolle. Alle sind an dem Tag in den Zoo gekommen, um eine tolle Zeit zusammen zu haben.
Wenn dann das eigene Kind von einem fremden Kind absichtlich getreten oder mit Steinen beschmissen wird, dämpft das die Laune. Kinder, die wie von Sinnen schreiend durch den Zoo rennen, sorgen für Kopfschmerzen. Kinder, die ohne zu gucken durch die Besuchergruppen laufen, können Unfälle verursachen.
Aber auch bei Hunden kann ich dir einige Beispiele nennen: Niemand möchte von fremden Hunden angesprungen werden (ich nicht mal von meinen eigenen).
Mitgebrachte Verpflegung sollte bitte in den Bäuchen der Gäste landen und nicht von fremden Hund geklaut werden.
Hunde müssen in Zoos an der Leine laufen, außer es gibt gesonderte Freilaufflächen.

Wie sollten sich Kind und Hund im Zoo nun also benehmen?
Eigentlich möchte ich aus „Kindern“ das Wort „Menschen“ machen. Denn alles was ich dir jetzt aufzähle gilt auch für Erwachsene, die sind nämlich oft schlimmer als Kinder…
- Verhaltet euch leise bei den Tieren.
Kinder sollten schon von kein auf gelernt haben, dass man in der Nähe von Hunden nicht rumschreit. Gleiches gilt für die Tiere im Zoo. Natürlich sind sie aufgeregt und der Geräuschpegel geht in die Höhe, aber es sollte nicht Überhand nehmen. Schrilles Gekreische geht gar nicht. Das versetzt die Tiere nur in Stress.
Auch Hunde sollten vor einer Anlage nicht explodieren. Ja, Hunde können bei der Sichtung von Wildtieren aufgeregt werden. Wenn dein Hund sich aber nicht beruhigen lässt, geh bitte weiter. - Kein Klopfen an Schreiben.
Selbererklärend, oder? Macht es einfach nicht. Es nervt und belästigt die Tiere. Stellt euch mal vor, es würde ständig jemand bei euch an die Scheiben klopfen. Fändet ihr das toll? - Haltet Abstand.
Dein Hund ist nervös und aufgeregt? Vielleicht hast du euch auch überschätzt und er findet den Zoo gar nicht toll. Wie du herausfindest, ob dein Hund gestresst ist, verrate ich dir hier. Dann gibt deinem Hund Platz. Geh nicht zu nah an die Anlagen. So hat er eine bessere Chance, den Tag zu verarbeiten. - Klettert nicht auf Absperrungen.
Egal aus was die Absperrung besteht: Aus Stein, Holz, Erde: Eine Asperrung ist eine Absperrung und sie sperrt etwas ab. Nämlich die Tiere von euch. Das dient zu eurem Schutz. Also setzt euch nicht drauf oder auch wichtig: Stellt keine Kinder darauf. Sie könnten reinfallen und sich verletzen. Glaubt mir, alles schon gesehen… - Bleibt zusammen.
Im großen Getümmeln können Kinder ganz schnell verloren gehen. Daher an der Stelle: Frag vor Ort nach, ob es Bändchen oder Aufkleber gibt, auf denen du deine Telefonnummer schreiben kannst. So kann euch im Falle eines Verlustes schneller geholfen und dein Kind wieder zu dir gebracht werden.
Aber lass bitte auch deinen Hund bei dir. Er hat nichts bei anderen Menschen zu suchen. Sie könnten Angst haben oder es einfach nicht wollen. Es ist DEIN Hund also bleibt er bei DIR. - Nehmt Rücksicht.
Dir fällt auf, dass jemand mit seinem Hund einen Bogen geht oder euch ausweicht? Der andere Hund bellt vielleicht schon? Dann steh nicht ewig rum sondern geh zügig an dem Hund vorbei. Der andere Hundehalter tut schon was er kann. Manche Hunde mögen andere Hunde nicht. Unabhängig vom Trainingsstand sollten wir Hundehalter zusammenhalten. Geh also einfach zügig vorbei. Danke. - Räumt euren Müll weg.
Egal ob eine Eisverpackung, der Kot vom Hund oder Alufolie von den mitgebrachten Sandwichs: In Zoos gibt es immer wieder Mülleimer. Schmeiß euren Müll bitte dort hinein.
Das ist doch eigentlich nicht so schwer, oder? Wenn wir uns alle daran halten gibt es keine Gründe, Hunde zukünftig dort zu verbieten, wo es aktuall erlaubt ist.
Diese Zoos sind einen Besuch wert
Du möchtest mit deiner Familie und Hund demnächst in einen Zoo oder Wildpark gehen? Dann kann ich diese Einrichtungen sehr empfehlen:
Zoo Rostock
Der Zoo Rostock befindet sich in Mecklenburg-Vorpommern.
Der 56 Hektar große Zoo bietet ein tolles Ziel für einen Ganztagesausflug.
Familientickets gibt es ab 59,00 €.
Hier findest du alle weiteren Informationen zum Zoo Rostock.
Zoo Neunkirchen
Ein Highlight im Saarland.
Auf etwa 21 Hektar habt ihr die Möglichkeit, 120 verschiedene Tierarten zu entdecken.
Familientickets gibt es ab 20,00 €, für den Hund bezahlt ihr 2,00 € Eintritt.
Alle weiteren Informationen zum Zoo Neunkirchen erhältst du hier.
Wildpark Leipzig
Der Wildpark befindet sich in der Großstadt Leipzig in Sachsen.
Der Wildpark Leipzig erstreckt sich auf eine Fläche von 46 Hektar ein und bietet ein tolles Halbtagesausflugsziel.
Der Eintritt ist kostenlos, ein Spende aber gerne gesehen.
Alles, was du zum Wildpark Leipzig wissen musst, findest du hier.
Zoo Münster
Der Zoo Münster befindet sich im Norden Nordrhein-Westfalens.
32 Hektar gilt es im Zoo Münster, zusammen mit Kind und Hund, zu erkunden.
Familientickets gibt es ab 37,40 €.
